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Freitag, 20. Juli 2018
24 April 2002
Die Rückkehr der geilen Engel
Neue CD der Ötte-Band

Wer weiß denn noch, wie sich ganz früher, ganz, ganz früher, Genesis angehört haben? Als noch nicht Phil Collins, sondern Peter Gabriels schnarrende Stimme von der „Musical Box'' oder „The Knife'' sang? Wer weiß denn noch, dass der Titel „Wish you were here'' nicht in der aktuell kursierenden Cover-Version geboren wurde, sondern eines der sensationellsten Alben von Pink Floyd war? Einer, der das ganz bestimmt weiß, ist der Neusser Christian Otte, besser bekannt unter seinem Spitznamen Ötte, Sänger der gleichnamigen Ötte-Band. Denn der sieht seine Wurzeln in der damals progressiven Rockmusik, hatte als Schüler immer eigene Bands und wurde schließlich vor fünf Jahren mit Ötte als Deutsch-Rocker bekannt. Mit der neuen CD verabschieden sich Ötte vom Image der Nur-Cover-Band. Das neue Album wurde in den Dormagener Coma-Studios mit ausschließlich eigenen Songs eingespielt.

Dass Ötte auf heimischem Terrain absoluten Kultstatus erreicht hat, ist bekannt. Ob auf dem Stadtfest, in der Skihalle oder zur Holzheimer 1200-Jahr-Feier, für die sie einen Extra-Song komponierte - die Neuss-Düsseldorfer Band zieht Leute an, die ursprünglichen, groovigen, manchmal auch dreckigen, aber immer echten Rock hören wollen. Aber die vier Rheinländer trauen sich auch weiter raus. Der absolute Kick sei, so Ötte, der Stadionauftritt im Hamburger Heilig Geist Feld zur Aufstiegsfeier des FC St. Pauli in der letzten Saison vor über 30.000 Zuschauern gewesen. „Das wäre was'', träumt Ötte, „wenn mal so viele Leute nur wegen uns kämen.'' Aber auch mit 8.000 tobenden Fans auf dem Neusser Stadtfest können die vier Jungs mehr als zufrieden sein, und der zweifache Vater Ötte lebe, so sagt er, zwar für die Musik, aber schließlich nicht von der Musik allein. Daher sind alle Bandmitglieder auch noch in anderen Berufen engagiert. Die Texte der neuen CD handeln von Themen, die einem jeden Tag persönlich oder gezwungener-maßen in den Medien begegnen: Gewalt, Tod, Sex - aber auch menschlicher Nähe und Hilfsbereitschaft. So z.B. der Song „Hallo Nadine'', mit dem die Band das an Leukämie erkrankte Mädchen aus Neuss finanziell unterstützte und ein Rockkonzert im Südpark organisierte. Inzwischen sei Nadine nach ihrer erfolgreichen Behandlung auf dem Weg der Besserung. Ötte freut sich noch heute, wie die Leute damals spontan halfen. Manche der neuen Songs sind einfach nur gut abgehende Stimmungsmacher, wie der Titelsong, in dem sich die Ötte-Mitglieder selbst charakterisieren:

„Wir sind Straßenmusikanten. Das Herz am richtigen Fleck. Rock'n Roll ist unsere Heimat. Vier Akkorde für ein Halleluja.''

Hoffentlich bleiben sie so - auch wenn tatsächlich einmal 30.000 nur für sie zu einem Konzert kommen - und wechseln keinen Peter Gabriel gegen einen Phil Collins aus...

Karin Richter-Knapp
Fotos: Karin Richter-Knapp und Ötte-Band

(Quelle: Flair 05/2002)
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