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Freitag, 20. Juli 2018
11 August 2008
Coverrock vom Feinsten
von Peter Neier

FANTASTIVAL. The Back Doors Man, Dire Strats und The Stones Tribute Band begeisterten Freitag zum Auftakt im Burgtheater.

DINSLAKEN. „Und jetzt noch ein Stück, das kaum einer kennt, aber wir spielen es trotzdem“, hauchte Frank Henkes um kurz vor 23.30 Uhr ins Mikro. Es folgte das Gitarrenintro von Markus Exner: „Satisfaction“! Auch die letzten der rund 850 Fans im Burgtheater sprangen jetzt auf, viele tanzten vor der Bühne. Aber nicht nur „Mick Jagger und Keith Richards aus Neuss“ mit ihrer Stones-Tribute-Band begeisterten bei der Coverrocknacht am Freitagabend zum Auftakt der Jubiläumswoche „Zehn Jahre Fantastival“, auch die „Dire Strats“ und „Back Doors Man“ hatten viele Fans und sorgten für beste Stimmung.

„Jim Morrison lebt“, stießen sich einige Besucher an, als Wolfgang Eckert zu Klängen von Carl Orff‘s „Carmina Burana“ pünktlich um 19.30 Uhr die Bühne betrat. In der Tat erinnerten seine Stimme und Ausstrahlung sehr an den legendären und 1971 verstorbenen Doors-Sänger, und an den Keyboard-Klängen hätte der alte Ray Manzarek seine Freude gehabt. „Break On Through“ und der „Alabama-Song“ zum Auftakt, lange Stücke, viel Improvisation - die Doors eben.

Psychedelische Klänge

Erste Stimmung im überwiegend Ü-40-Publikum kommt auf beim „Roadhouse Blues“, Eckert zündet sich zu den psychedelischen Klängen genüsslich eine Zigarette an, trinkt aus der Köpi-Flasche, zeigt wippend seinen Allerwertesten in schwarzer Lederhose. Es folgt mit „Light My Fire“ der wohl größte Doors-Hit und „Jim“ springt von der Bühne, läuft singend durch die Besucherreihen und an den Catering-Ständen vorbei. Staunendes Umdrehen, viel Applaus. „L.A. Woman“ kommt sehr rockig daher, ein kurzer Regenschauer, Eckert krümmt sich wie beim Entzug und nach genau einer Stunde ist Schluss: „When The Music‘s Over“!

Kurze Umbaupause, die „Dire Strats“ aus Bremerhaven kommen. „Down The Waterline“ und „Lady Writer“ machen gleich deutlich: Jetzt kommen auch das etwas jüngere Publikum und vor allem die Weiblichkeit auf ihre Kosten. Tolle Stimmung, Wolfgang Uhlich entlockt seiner Gitarre den typischen Knopfler-Sound („Super“-Rufe!), Peter Spencer schafft ganz gut die Tonlage des einstigen Dire-Straits-Frontmanns. „Wer ist denn verliebt von euch?“, fragt er. Viele Hände recken sich - natürlich folgt „Romeo And Juliet“. Beim „Walk Of Life“ wird getanzt und es folgt bereits das als Zugabe erwartete „Sultans Of Swing“. Denn auch die „Dire Strats“ müssen sich an den vorgeschriebenen Zeitrahmen halten. Nach „Tunnel Of Love“, „Money For Nothing“ und der schönen Ballade „Brothers In Arms“ treten die Nordlichter ab. „Zugabe, Zugabe“, schallt es von den Rängen. Gegen das Protokoll kommt Uhlich mit Keyboarder Lars Leminski zurück und spielt noch das Instrumtalstück aus dem Film „Local hero“ - große klasse!

Beste Party-Stimmung

Der Umbau auf der Fantastiva-Bühne für die Stones Tribute Band dauert länger, aber um 22.30 Uhr ist es soweit. Frank Henkes stürmt gestenreich aus dem Nebel hervor und intoniert „Start Me Up“. Die „schmutzigen“ Gitarrenriffs von Markus Exner ergeben fast den Rest - der Sound der Rolling Stones im Burgtheater! Auch der Rest der Tribute Band um „Mick Jagger“ und „Keith Richards“, verstärkt mit zwei tollen Bläsern, trägt zu bester Party-Stimmung bei, Henkes ist ständig in Bewegung - auf, vor der Bühne, mitten im Publikum. Das kommt an.

„Brown Sugar“, „Paint It Black“, das lange „Midnight Rambler“ mit Mundharmonika, das bluesige „Rock Me Baby“, „Miss You“ und natürlich „Honky Tonk Woman“ (auch viele Männer tanzen): Kaum ein Stones-Hit wird in gut einer Stunde ausgelassen. Nach „Let‘s Spend The Night Together“, „Sympathy For The Devil“ und besagtem „Satisfaction“ ist es 23.30 Uhr, der Ton wird leiser gedreht. Schade für die Zugaben „You Can‘t Always Get“ und „Jumping Jack Flash“. Ein toller Rockabend!

(Quelle: NRZ, 10.08.2008)
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