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Freitag, 20. Juli 2018
09 May 2005
Mehr Feuer als die Originale
The Stones Tribute Band

Neuss (db) Wie kaum eine andere Band teilen die ''Rolling Stones'' eingefleischte Fans handgemachter Musik in zwei Lager: Für die einen sind sie die Wegbereiter rebellischer Rockmusik zeitloser Kult, für andere haben die Rock-Dinosaurier schon vor mehr als zehn Jahren ihren Zenit überschritten. Harmonische Einigkeit dürften beide Lager im ''Hamtorkrug'' verspürt haben: Mitunter das Beste, was je aus den Federn von Mick Jagger und Keith Richards geflossen ist, stand auf der SetList der ''The Stones Tribute Band''.

Ein fulminanter Einstieg gelang der neunköpfigen Gruppe mit der 90er-Hymne ''Start me up'', ehe mit ''Brown Sugar'' oder ''Honky Tonk Woman'' weitere Klassiker für ausgedehnten Applaus sorgten. Neben Material von den ''Stones'' gab es auch Stücke zu hören, die die ehemalige Skandal-Band maßgeblich beeinflusst haben, zum Beispiel Robert Johnsons ''Stop Breaking Down''.

Ebenso wie die britischen Originale, die ihren Sound seit Jahrzehnten mit einer Armada von Background-Musikern aufmöbeln, verfügte auch die Coverband über eine ausgedehnte Instrumentierung: Ein über alle Vergleiche erhabenes Bläsertrio mit Marcus Scheltinga (Posaune), Holger Marg (Trompete) und Frank Kirchner (Saxophon) kitzelte aus den ursprünglichen Arrangements unglaublich viel Leben heraus, während sich Keyboarder Jörg Pelzer wahnwitzige Duelle mit dem Gitarren-Duo lieferte. Als Gitarrist mit bluesig-hardrockigem Hintergrund ergänzte sich Markus Exner so glänzend mit dem jazzig angehauchten Spiel Pete Fädrichs, dass es dem Musikfreund mit Blick für's Detail mehr als einmal die Freudentränen in die Augen trieb. Meisterlich verstanden es die beiden Musiker, das charakteristische, ineinandergreifende Gitarrenspiel Keith Richards und Ron Woods umzusetzen.

Sänger Frank Henkes, der als ''Elwood'' der ''Blues Brothers Revival Band'' eh schon über Entertainer-Qualitäten verfügt, hatte seine eigene ''Portion'' Jagger offenbar schon vor Jahren in sich aufgesogen: Abgesehen von seiner erstklassigen Gesangsleistung und der leidenschaftlich gespielten Blues-Harp, adaptierte er die Posen des Vorbilds nahezu perfekt - ob nun Zeigefinger schwingend mit herunter hängendem Hemd oder den klassischen ''Rooster Strut'' tanzend - Henkes ruhige Momente ließen sich an einer Hand abzählen. Unschätzbaren Anteil an der dichten Klangwand hatte die Rhythmusgruppe mit Jörg Schmidt (Bass) und Josef Kirschgen, der Charlie Watts im direkten Vergleich geradeheraus in die Rente getrommelt hätte.

(Quelle: NGZ, 09.05.2005)
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