News

Email Donnerstag, 22. Februar 2018
21 July 2008
Selbstbewusste Performance
VON MICHAEL STUKOWSKI

Auch das zweite „Sounds-of-Cover-Festival'' litt unter dem schlechten Wetter und lockte nur tausend Gäste an. Fünf Gruppen rockten bis tief in die Nacht. Die Zuhörer tanzten zuweilen ausgelassen vor der Bühne.

BOCHOLT Das schlechte Wetter schreckt selbst die älteren Rockfans ab: Auch das zweite „Sounds-of-Cover-Festival'' war nicht so gut besucht, wie es sich die Veranstalter vom Stadtmarketing erhofft hatten. Knapp 1000 Besucher bevölkerten die Festspielwiese am Aasee. Die indes ließen sich von den gelegentlichen Wolkengüssen nicht den Spaß verderben und tanzten zuweilen ausgelassen vor der Bühne.

Fünf Covergruppen rockten bis tief in die Nacht. Etwas Pech hatte die Auftakt-Gruppe „Bapunzo''. Ganze 300 Zuhörer wollten ihren Auftritt in den frühen Abendstunden erleben. Dabei bewiesen die Musiker um den Sänger Peter Tippelt ihre Klasse. Sie spielten die Songs der Kölschrockband „Bap'', – ähnlich wie später auch „Exxiter'' die Titel von Depesche Mode – so täuschend echt nach, als wäre das Original selber vor Ort. Etwas enttäuscht dürfte dagegen mancher Anhänger der englischen Rockband Status Quo gewesen sein. Selbst Klassiker wie das fetzige „Down under'' servierten die Mannen von „Return'' so einfallslos, als wären sie mit den simplen Akkorden an ihre spieltechnischen Grenzen gestoßen. Einzige Ausnahme: Der Drummer Claus Windeln, der ein elektrisierendes Schlagzeugsolo hinlegte.

Eine hinreißende Hymne an den Popsänger Phil Collins bot die Gruppe „Phil''. Ihre glänzend ausbalancierten Arrangements und die sehr selbstbewusste Performance beeindruckten so sehr, dass die Zuhörer plötzlich nah an die Bühne heranrückten. Besonders die Genesis-Titel wie „I don’t care anymore'' zeigten, wie verblüffend Jürgen Mayer das Timbre seines berühmten Vorbilds traf. Mit seinen etwas verächtlichen Sprüchen über Bocholt wiederum dürfte sich der kahlköpfige Sänger an diesem Abend keine Freunde gemacht haben.

Wie heiß der Sound der Rolling Stones auch nach über vierzig Jahren ist, bewies last but not least die „Stones Tribute Band'': Da es kurz vor Mitternacht noch einmal heftig geschauert hatte, dampften die nassen Musiker regelrecht, als sie im Bühnenlicht standen. Fast bis aufs Hemd genau hat die Band versucht, die Show der Stones während derer „Fourty-Licks''-Tournee zu kopieren.

Und das mit Erfolg. Die raffinierten Gitarrenparts von Markus Exner (Keith Richard) und Pete Fädrich (Ronnie Wood) waren genauso vom Feinsten wie die Posaunensoli, die Jörg Pelzer spielte. Zudem ließ Sänger Frank Henkes auf der Bühne kaum etwas aus, um es dem großen Mick Jagger gleich zu tun. Wiederholt zeigte er bei „Jumping Jack Flash'' sein weißes Bierbäuchlein und griff sich bei „Satisfaction'' lasziv in den Schritt. Wen wundert es da noch, dass die Zuschauer im Morgengrauen noch Zugaben haben wollten.


(Quelle: Bocholter-Borkener Volksblatt vom 21.07.2008)
© Markus Exner 2005 - 2017 Home  News  Biografie  Diskografie  Fotos  Kontakt  up
Impressum |  powered by: BHS - MEDIEN |  V1.07c - 2007 © Markus Exner 2005 - 2017