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24 January 2006
Teuflisch gut: Saitenhexer und Tastenmagier
Neuss (dB) Wie es klingt, wenn Rocker, Jazzer und Blueser gemeinsam auf der Bühne eine Session veranstalten, ist gut dokumentiert. ''Weder Fisch noch Fleisch'', so lautet dann oft das Fazit. Dass es auch anders geht, stellten ''The Devils'' am Freitag in der Musikkneipe Hamtorkrug unter Beweis. Vor rund 50 mehr oder minder eingeschworenen Fans zelebrierte die eineinhalb Jahre ''alte'' Coverband ein Programm voller Klassiker, stellvertretend von ''Prince'' bis Meredith Brooks, die allesamt mit imrovisierten Höhenflügen garniert wurden. Dabei verkörperte einmal mehr die Gitarren-Doppelspitze den spielerischen Umgang mit den Musikschubladen: Dem rohen, rockigen Spiel von Markus Exner gegenüber standen die intuitiven, jazzigen Phrasierungen von Pete Fädrich. Heraus kam eine polyphone Gitarrenmagie, die nicht vom Gros der Konzertbesucher, sondern auch von der kritischen ''Musikerpolizei'' mit Szenenapplaus gefeiert wurde.

Da geriet das timingfeste Spiel von Bassist Bernd Renn und Schlagzeuger Josef Kirschgen fast schon in den Hintergrund. Ebenso der durchaus ausdrucksstarke Gesang von Jörg Pelzer, der leider nur das eine oder andere Stück am Mikrofon veredelte. Doch ''gleichberechtigtes Zusammenspiel'' schließt bei ''The Devils'' auch den Gesang ein. ''Hier ist überhaupt nichts vorbereitet und geprobt'', ließ Pelzer das Publikum wiaaen, ''wir kommen hierhin und springen in die Friteuse.'' Echte Profis eben. Den Zuckerguss auf der Torte bilden bei ''The Devils'' traditionell die Gäste, und die waren auch am Freitag alles andere als rar gesät: Zum Beispiel mit Grönemeyer-Saxofonist Frank Kirchner, der mit seinem irrwitzigen dynamischen Spiel das Gitarrenduo noch in den Schatten stellte und - wie immer - für und herunter geklappte Kinnladen sorgte.

''Ist das genial hier'', murmelte der Saxofonist beim zwischenzeitlichen Gang zum Tresen. Als zierliche Dame mit ganz großer souliger Stimme interpretierte die Dortmunder Sängerin Kinga den Tina Turner-Klassiker ''Simply the Best'' oder auch ''Black Velvet'' von Allanah Miles gefühlvoll und schlichtweg superb. Mit Sänger Chevalier Hadley und Bass-Virtuose Ufo Walter gewann die Groove-Maschine zu später Stunde noch einmal zusätzlich an Fahrt. Und das in einer gemütlichen Atmosphäre, in der die Grenze zwischen ''teuflisch'' guten Künstlern und dem Publikum verschwand.

(Quelle: Neuss Grevenbroicher Zeitung, 24.01.06)
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